Advanced Persistent Threat (APT)
Definition:
Ein Advanced Persistent Threat (APT) beschreibt eine besonders ausgeklügelte und langfristig angelegte Cyberbedrohung, bei der Angreifer gezielt versuchen, sich unbemerkt Zugang zu einem Netzwerk oder System zu verschaffen – und diesen über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Ziel ist nicht die schnelle Zerstörung, sondern das unauffällige Ausspionieren, Abgreifen sensibler Daten oder die Manipulation kritischer Infrastrukturen.
APT-Gruppen agieren oft im Auftrag von Staaten, Geheimdiensten oder hochorganisierten Cybercrime-Gruppen. Ihr Vorgehen ist systematisch, gut geplant und technisch anspruchsvoll. Typisch ist das mehrstufige Eindringen in Netzwerke, kombiniert mit Methoden wie Spear-Phishing, Zero-Day-Exploits oder Rootkits.
Merkmale eines APT-Angriffs:
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Advanced: Nutzung moderner Techniken und maßgeschneiderter Malware
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Persistent: Langfristige Präsenz mit Ziel der dauerhaften Kontrolle
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Threat: Ernsthafte Bedrohung für vertrauliche Daten, Betriebsabläufe und nationale Sicherheit
Phasen eines APT-Angriffs:
1️⃣ Reconnaissance: Informationsbeschaffung über das Ziel
2️⃣ Initial Access: Eindringen mittels Phishing, Exploits etc.
3️⃣ Establish Foothold: Aufbau stabiler Zugangsmöglichkeiten
4️⃣ Lateral Movement: Verbreitung im internen Netzwerk
5️⃣ Exfiltration: Entwendung von Daten oder Sabotage
Beispiel aus der Praxis:
Bekannte APT-Kampagnen wie „Stuxnet“, „APT28“ (Fancy Bear) oder „APT29“ (Cozy Bear) zeigen, wie APTs eingesetzt werden, um Industriespionage, Wahlbeeinflussung oder Sabotage kritischer Infrastrukturen zu betreiben.
Schutzmaßnahmen:
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Netzwerksegmentierung
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Endpoint Detection & Response (EDR)
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24/7 Security Monitoring (SOC)
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Schulung gegen Social Engineering
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Frühzeitige Erkennung durch Threat Intelligence
Einsatzgebiet:
APT-Angriffe zielen besonders auf Regierungen, Verteidigung, Energieversorger, Forschungseinrichtungen und große Konzerne. Der wirtschaftliche und politische Schaden kann enorm sein.